Warum ist die Regeneration des Körpers nach Belastung wichtig?
Nach intensiver Belastung beginnt der Körper mit dem Regenerationsprozess. Während der Belastung wird der Körper beansprucht und benötigt viel Energie, wodurch die Energiereserven abnehmen und Veränderungen im Gewebe auftreten können. Die Regeneration nach der Belastung ist daher äußerst wichtig, um ein gesundes und bewegliches Pferd zu erhalten und die Leistungsfähigkeit zu unterstützen. In diesem Blog erklären wir, was während der Belastung im Körper geschieht, welche Methoden zur Regeneration eingesetzt werden können und welche Ernährung sowie Nahrungsergänzungsmittel für eine optimale Erholung wichtig sind.


Was passiert im Körper während der Belastung?
Während der Belastung treten verschiedene physiologische Veränderungen im Körper des Pferdes auf. Training beeinflusst die Muskelmasse: Die Muskulatur passt sich an und wird stärker entwickelt. Gleichzeitig stellt sehr intensive Belastung eine erhebliche Beanspruchung für den Körper dar.
Bei körperlicher Belastung sind verschiedene Systeme und Organe beteiligt, um Bewegung und Leistung zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem das Atmungssystem, der Blutkreislauf und das Verdauungssystem. Während der Belastung steigt beispielsweise der Sauerstoffbedarf, da Sauerstoff für die Energieproduktion benötigt wird. Dadurch atmet das Pferd schneller und tiefer. Die Atmung spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Ableitung der während der Belastung entstehenden Wärme.
Wenn Pferde arbeiten, insbesondere bei höheren Temperaturen, schwitzen sie und verlieren Flüssigkeit sowie Elektrolyte¹. Elektrolyte sind Mineralstoffe, die für den Flüssigkeitshaushalt sowie die ordnungsgemäße Funktion von Muskeln und Nervensystem essenziell sind. Der Verlust an Elektrolyten steht in direktem Zusammenhang mit der Menge an Flüssigkeit, die das Pferd verliert¹.
Innerhalb der Muskelzellen wird Energie durch den Stoffwechsel von Energieträgern freigesetzt. Dies kann auf zwei Arten erfolgen: mit Sauerstoff oder ohne Sauerstoff. Mit Sauerstoff spricht man von aerobem Stoffwechsel, ohne Sauerstoff von anaerobem Stoffwechsel². Bei leichter bis mäßiger Belastung dominiert der aerobe Stoffwechsel. Bei sehr intensiver Belastung kann die Sauerstoffversorgung jedoch unzureichend sein, wodurch vermehrt anaerober Stoffwechsel stattfindet. Der anaerobe Stoffwechsel liefert schnell Energie, produziert jedoch auch Milchsäure². Eine Ansammlung von Milchsäure senkt den pH-Wert in den Muskeln und führt zu einer Übersäuerung. Dies kann Ermüdung beschleunigen und nach der Belastung Muskelsteifheit verursachen.
Belastung wirkt sich auch auf die Sehnen und Gelenke des Pferdes aus. Normale Bewegung und Belastung können einen positiven Einfluss auf die Homöostase von Gelenken und Sehnen haben³. Wird das Pferd jedoch überlastet, kann dies dauerhafte Schäden an Sehnen und Gelenken verursachen. Dies kann beispielsweise zu Entzündungsreaktionen in den Gelenken und zu irreversiblen strukturellen Veränderungen der Sehnen führen⁴.
Darüber hinaus kann intensive Belastung oxidativen Stress im Körper verursachen. Bei sehr intensiver Belastung entsteht ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien im Körper⁵. Dabei werden vermehrt freie Radikale freigesetzt. Eine zu hohe Menge freier Radikale kann zu Gewebeschäden führen.
Während intensiver Belastung geschieht also sehr viel im Körper, weshalb eine optimale Regeneration nach der Belastung äußerst wichtig ist.
Methoden für eine optimale Regeneration nach Belastung
Eine optimale Regeneration beginnt bereits vor der Belastung. Ein gutes Aufwärmen sorgt dafür, dass Muskeln, Sehnen und Gelenke schrittweise auf eine höhere Belastung vorbereitet werden. Während des Aufwärmens steigen Herzfrequenz, Atmung und Durchblutung allmählich an, wodurch der Körper Sauerstoff effizienter aufnehmen und nutzen kann. Untersuchungen zeigen, dass ein gutes Aufwärmen dazu beiträgt, dass der Körper weniger schnell auf anaeroben Stoffwechsel umschaltet⁶. Dadurch entsteht weniger Milchsäure in den Muskeln, was das Risiko von Übersäuerung und Muskelsteifheit reduziert.
Neben einem guten Aufwärmen ist auch ein effektives Abwärmen für eine optimale Regeneration essenziell. Ein Cool-down hilft dem Körper, schrittweise von intensiver Belastung in den Ruhezustand zurückzukehren. Dadurch sinken Körpertemperatur, Herzfrequenz und Atmung kontrolliert, was Überbelastung und Muskelsteifheit vorbeugt. Eine Studie von Kang et al. (2012) zeigte, dass aktive Erholung, wie Schrittgehen oder leichtes Traben über 15 bis 30 Minuten, unter anderem den schnelleren Abtransport von Milchsäure unterstützt. Darüber hinaus erreichten Pferde, die nach intensiver Belastung 30 Minuten Schritt geführt oder 15 Minuten leicht getrabt wurden, ihre normale Herzfrequenz innerhalb von 30 Minuten wieder⁷. Bei Pferden, die 30 Minuten leicht trabten oder überhaupt kein Cool-down erhielten, dauerte es etwa 60 Minuten, bis sich die Herzfrequenz vollständig erholt hatte.
Die vollständige Regeneration des Körpers nach intensiver Belastung kann bis zu 72 Stunden dauern. Untersuchungen zeigen, dass es bis zu 72 Stunden dauern kann, bis die Glykogenspeicher im Körper wieder aufgefüllt sind⁸. Glykogen ist eine wichtige Energiequelle während intensiver Belastung und wird in den Muskeln des Pferdes gespeichert. Niedrige Glykogenspeicher führen dazu, dass Pferde bei längerer oder intensiver Arbeit schneller ermüden⁸.
Ruhe nach schwerer Belastung ist daher wichtig, wobei insbesondere aktive Erholung die Regeneration unterstützt. Dazu gehören freie Bewegung auf dem Paddock oder der Weide sowie Führen an der Hand. Studien zeigen, dass freie Bewegung nach der Belastung nicht nur die Regeneration unterstützt, sondern auch Schwellungen an den Beinen reduzieren kann⁹.
Forschungsergebnisse von Connysson et al. (2019) deuten außerdem darauf hin, dass die Haltungsform Einfluss auf die Regeneration des Pferdes nach Belastung haben kann. Während der Studie wurden Pferde in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wurde in Boxen gehalten (mit 4–5 Stunden freier Bewegung pro Tag), die andere in einem Offenstall. Während der 21-tägigen Studiendauer wurden verschiedene Parameter und Belastungswerte gemessen. Dabei zeigte sich, dass sich Pferde im Offenstall besser von Belastung erholten und einen besseren Appetit hatten, wodurch sich ihre Energiebalance schneller normalisierte¹⁰. Obwohl weitere Forschung notwendig ist, unterstreicht diese Studie die Bedeutung freier Bewegung für die Regeneration.
Pflege nach der Belastung für eine optimale Regeneration
Während intensiver Belastung kann die Körpertemperatur eines Pferdes auf bis zu 42 Grad Celsius ansteigen. Deshalb ist es wichtig, das Pferd nach der Belastung ausreichend abzukühlen. Ein Teil davon geschieht bereits während des Cool-downs, zusätzliches Kühlen mit fließendem Wasser, Kühlgel oder Kühltonerde kann jedoch zusätzliche Unterstützung bieten.
Obwohl das Kühlen mit kaltem fließendem Wasser die effektivste Methode ist, um die Körpertemperatur schnell am gesamten Körper zu senken¹¹, bieten Pflegeprodukte zusätzliche Unterstützung, Pflege und Kühlung, nachdem das Pferd mit Wasser abgespritzt wurde.
Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel für eine optimale Regeneration
Nach der Belastung spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Regeneration des Körpers. Dazu gehört die Versorgung mit ausreichend Energie und Eiweiß, um die Energiereserven des Körpers wieder aufzufüllen und die Muskulatur während der Regeneration zu unterstützen.
Energie wird in Form von Fetten und Kohlenhydraten bereitgestellt. Kohlenhydrate werden in nicht-strukturelle Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) sowie strukturelle Kohlenhydrate (Fasern) unterteilt. Zucker und Stärke werden in Glukose umgewandelt, eine schnell verfügbare Energiequelle. Überschüssige Glukose wird als Glykogen in den Muskeln gespeichert. Da Glykogen während intensiver Arbeit essenziell ist, ist es wichtig, nach der Belastung ausreichend Kohlenhydrate bereitzustellen, um diese Speicher wieder aufzufüllen⁸.
Ausreichend Raufutter bildet die Grundlage der Ration. Fasern liefern nämlich einen großen Teil der täglichen Energieversorgung durch Fermentation im Dickdarm, wobei flüchtige Fettsäuren entstehen¹².
Auch Eiweiße sind essenziell für die Regeneration. Eiweiße bestehen aus Aminosäuren, die für den Aufbau und die Reparatur von Muskelgewebe notwendig sind. Eine Ration mit ausreichend hochwertigem Eiweiß unterstützt daher die Muskelregeneration nach der Belastung¹³.
Während schwerer Belastung verliert das Pferd außerdem Elektrolyte über den Schweiß. Das Auffüllen dieser Elektrolyte ist wichtig für einen guten Flüssigkeitshaushalt und hilft, Dehydrierung vorzubeugen¹. Nahrungsergänzungsmittel wie Synovium Electrolytes Q können hierbei unterstützend wirken.
Darüber hinaus kann intensive Belastung oxidativen Stress verursachen. Dabei werden zusätzliche freie Radikale freigesetzt, die Körperzellen und Gewebe schädigen können. Antioxidantien helfen, diese freien Radikale zu neutralisieren. Wichtige Antioxidantien sind unter anderem MSM, Vitamin C und Vitamin E⁵. Nahrungsergänzungsmittel wie Synovium MSM Pure, MSM Optimal-C und Myocare-E können daher zur Regeneration nach Belastung beitragen.
Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass L-Carnitin einen positiven Einfluss auf die Regeneration nach schwerer Belastung haben kann. L-Carnitin unterstützt die Energieproduktion, hilft oxidativen Stress zu reduzieren und kann zu einer schnelleren Geweberegeneration beitragen. Deshalb enthält Synovium Myobuilder neben Gamma-Oryzanol auch L-Carnitin zur Unterstützung von Muskelaufbau und Regeneration.
Abschließend können Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, die die Muskelübersäuerung unterstützen. Diese Produkte helfen, den pH-Wert in den Muskeln zu stabilisieren oder den schnelleren Abbau von Milchsäure zu fördern. Beispiele hierfür sind Synovium Lactaplus und Neutravet.
Eine gute Regeneration nach Belastung ist essenziell für ein gesundes, leistungsfähiges und bewegliches Pferd. Durch Aufmerksamkeit für Aufwärmen, Abwärmen, Ruhe, Ernährung und die Unterstützung mit passenden Nahrungsergänzungsmitteln erhält der Körper die Möglichkeit, sich optimal zu regenerieren. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit unterstützt und das Risiko von Überlastung und Verletzungen reduziert.
Literaturverweise
1. Assenza A., Bergero D., Congiu F., Tosto F., Giannetto C., Piccione G. (2014) Evaluation of serum electrolytes and blood lactate concentration during repeated maximal exercise in horse. Journal of Equine Veterinary Sciences, 34(10):1175-1180.
2. Vermeulen R., de Meeûs C., Plancke L., Boshuizen B., de Bruijn M., Delesalle C. (2017) Effects of training on equine muscle physiology and muscle adaptations in response to different training approaches. Vlaams Diergeneeskunde Tijdschrift, 86(4):224-230.
3. te Moller N.C.R., van Weeren P.R. (2017) How exercise influences equine joint homeostasis. Veterinary Journal, 222:60-67.
4. Dahlgren L.A. (2007) Pathobiology of Tendon and Ligament Injuries. Clinical Techniques in Equine Practice, 6:168-173.
5. Williams C.A. (2016) HORSE SPECIES SYMPOSIUM: The effect of oxidative stress during exercise in the horse. Journal of Animal Sciences, 94(10):4067-4075.
6. Geor R.J., McCutcheon L.J., Hinchcliff K.W. (2000) Effects of warm-up intensity on kinetics of oxygen consumption and carbon dioxide production during high-intensity exercise in horses. American Journal of Veterinary Research, 61(6):638-645.
7. Kang O.D., Ryu Y.C., Yun Y.M., Kang M.S.(2012) Effects of cooldown methods and durations on equine physiological traits following high-intensity exercise. Livestock Sciences, 143(1):70-76.
8. Lacombe V.A., Hinchcliff K.W., Kohn C.W., Devor S.T., Taylor L.E. (2004) Effects of feeding meals with various solublecarbohydrate content on muscle glycogen synthesis after exercise in horses. American Journal of Veterinary Research, 65(7):916-923.
9. Connysson M., Rhodin M., Bergh A., Jansson A. (2021) Effects of horse housing on musculoskeletal system post-exercise recovery. Comparative Exercise Physiology, 17(5):421-428.
10. Connysson M., Rhodin M., Jansson A. (2019) Effects of Horse Housing System on Energy Balance during Post-Exercise Recovery. Animals, 9(976):1-9.
11. Takahashi Y., Ohmura H., Mukai K., Shiose T., Takahashi T. (2020) A Comparison of Five Cooling Methods in Hot and Humid Environments in Thoroughbred Horses. Journal of Equine Veterinary Sciences, 91:1-5.
12. Richardson K., Murray J.A. (2016) Fibre for performance horses: A review. Journal of Animal Sciences, 46:31-39.
13. Li G., Li Z., Liu J. (2024) Amino acids regulating skeletal muscle metabolism: mechanisms of action, physical training dosage recommendations and adverse effects. Nutrition and Metabolism, 21(41):1-14.
Was passiert im Körper während der Belastung?
Während der Belastung treten verschiedene physiologische Veränderungen im Körper des Pferdes auf. Training beeinflusst die Muskelmasse: Die Muskulatur passt sich an und wird stärker entwickelt. Gleichzeitig stellt sehr intensive Belastung eine erhebliche Beanspruchung für den Körper dar.
Bei körperlicher Belastung sind verschiedene Systeme und Organe beteiligt, um Bewegung und Leistung zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem das Atmungssystem, der Blutkreislauf und das Verdauungssystem. Während der Belastung steigt beispielsweise der Sauerstoffbedarf, da Sauerstoff für die Energieproduktion benötigt wird. Dadurch atmet das Pferd schneller und tiefer. Die Atmung spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Ableitung der während der Belastung entstehenden Wärme.
Wenn Pferde arbeiten, insbesondere bei höheren Temperaturen, schwitzen sie und verlieren Flüssigkeit sowie Elektrolyte¹. Elektrolyte sind Mineralstoffe, die für den Flüssigkeitshaushalt sowie die ordnungsgemäße Funktion von Muskeln und Nervensystem essenziell sind. Der Verlust an Elektrolyten steht in direktem Zusammenhang mit der Menge an Flüssigkeit, die das Pferd verliert¹.
Innerhalb der Muskelzellen wird Energie durch den Stoffwechsel von Energieträgern freigesetzt. Dies kann auf zwei Arten erfolgen: mit Sauerstoff oder ohne Sauerstoff. Mit Sauerstoff spricht man von aerobem Stoffwechsel, ohne Sauerstoff von anaerobem Stoffwechsel². Bei leichter bis mäßiger Belastung dominiert der aerobe Stoffwechsel. Bei sehr intensiver Belastung kann die Sauerstoffversorgung jedoch unzureichend sein, wodurch vermehrt anaerober Stoffwechsel stattfindet. Der anaerobe Stoffwechsel liefert schnell Energie, produziert jedoch auch Milchsäure². Eine Ansammlung von Milchsäure senkt den pH-Wert in den Muskeln und führt zu einer Übersäuerung. Dies kann Ermüdung beschleunigen und nach der Belastung Muskelsteifheit verursachen.
Belastung wirkt sich auch auf die Sehnen und Gelenke des Pferdes aus. Normale Bewegung und Belastung können einen positiven Einfluss auf die Homöostase von Gelenken und Sehnen haben³. Wird das Pferd jedoch überlastet, kann dies dauerhafte Schäden an Sehnen und Gelenken verursachen. Dies kann beispielsweise zu Entzündungsreaktionen in den Gelenken und zu irreversiblen strukturellen Veränderungen der Sehnen führen⁴.
Darüber hinaus kann intensive Belastung oxidativen Stress im Körper verursachen. Bei sehr intensiver Belastung entsteht ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien im Körper⁵. Dabei werden vermehrt freie Radikale freigesetzt. Eine zu hohe Menge freier Radikale kann zu Gewebeschäden führen.
Während intensiver Belastung geschieht also sehr viel im Körper, weshalb eine optimale Regeneration nach der Belastung äußerst wichtig ist.
Methoden für eine optimale Regeneration nach Belastung
Eine optimale Regeneration beginnt bereits vor der Belastung. Ein gutes Aufwärmen sorgt dafür, dass Muskeln, Sehnen und Gelenke schrittweise auf eine höhere Belastung vorbereitet werden. Während des Aufwärmens steigen Herzfrequenz, Atmung und Durchblutung allmählich an, wodurch der Körper Sauerstoff effizienter aufnehmen und nutzen kann. Untersuchungen zeigen, dass ein gutes Aufwärmen dazu beiträgt, dass der Körper weniger schnell auf anaeroben Stoffwechsel umschaltet⁶. Dadurch entsteht weniger Milchsäure in den Muskeln, was das Risiko von Übersäuerung und Muskelsteifheit reduziert.
Neben einem guten Aufwärmen ist auch ein effektives Abwärmen für eine optimale Regeneration essenziell. Ein Cool-down hilft dem Körper, schrittweise von intensiver Belastung in den Ruhezustand zurückzukehren. Dadurch sinken Körpertemperatur, Herzfrequenz und Atmung kontrolliert, was Überbelastung und Muskelsteifheit vorbeugt. Eine Studie von Kang et al. (2012) zeigte, dass aktive Erholung, wie Schrittgehen oder leichtes Traben über 15 bis 30 Minuten, unter anderem den schnelleren Abtransport von Milchsäure unterstützt. Darüber hinaus erreichten Pferde, die nach intensiver Belastung 30 Minuten Schritt geführt oder 15 Minuten leicht getrabt wurden, ihre normale Herzfrequenz innerhalb von 30 Minuten wieder⁷. Bei Pferden, die 30 Minuten leicht trabten oder überhaupt kein Cool-down erhielten, dauerte es etwa 60 Minuten, bis sich die Herzfrequenz vollständig erholt hatte.
Die vollständige Regeneration des Körpers nach intensiver Belastung kann bis zu 72 Stunden dauern. Untersuchungen zeigen, dass es bis zu 72 Stunden dauern kann, bis die Glykogenspeicher im Körper wieder aufgefüllt sind⁸. Glykogen ist eine wichtige Energiequelle während intensiver Belastung und wird in den Muskeln des Pferdes gespeichert. Niedrige Glykogenspeicher führen dazu, dass Pferde bei längerer oder intensiver Arbeit schneller ermüden⁸.
Ruhe nach schwerer Belastung ist daher wichtig, wobei insbesondere aktive Erholung die Regeneration unterstützt. Dazu gehören freie Bewegung auf dem Paddock oder der Weide sowie Führen an der Hand. Studien zeigen, dass freie Bewegung nach der Belastung nicht nur die Regeneration unterstützt, sondern auch Schwellungen an den Beinen reduzieren kann⁹.
Forschungsergebnisse von Connysson et al. (2019) deuten außerdem darauf hin, dass die Haltungsform Einfluss auf die Regeneration des Pferdes nach Belastung haben kann. Während der Studie wurden Pferde in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wurde in Boxen gehalten (mit 4–5 Stunden freier Bewegung pro Tag), die andere in einem Offenstall. Während der 21-tägigen Studiendauer wurden verschiedene Parameter und Belastungswerte gemessen. Dabei zeigte sich, dass sich Pferde im Offenstall besser von Belastung erholten und einen besseren Appetit hatten, wodurch sich ihre Energiebalance schneller normalisierte¹⁰. Obwohl weitere Forschung notwendig ist, unterstreicht diese Studie die Bedeutung freier Bewegung für die Regeneration.
Pflege nach der Belastung für eine optimale Regeneration
Während intensiver Belastung kann die Körpertemperatur eines Pferdes auf bis zu 42 Grad Celsius ansteigen. Deshalb ist es wichtig, das Pferd nach der Belastung ausreichend abzukühlen. Ein Teil davon geschieht bereits während des Cool-downs, zusätzliches Kühlen mit fließendem Wasser, Kühlgel oder Kühltonerde kann jedoch zusätzliche Unterstützung bieten.
Obwohl das Kühlen mit kaltem fließendem Wasser die effektivste Methode ist, um die Körpertemperatur schnell am gesamten Körper zu senken¹¹, bieten Pflegeprodukte zusätzliche Unterstützung, Pflege und Kühlung, nachdem das Pferd mit Wasser abgespritzt wurde.
Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel für eine optimale Regeneration
Nach der Belastung spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Regeneration des Körpers. Dazu gehört die Versorgung mit ausreichend Energie und Eiweiß, um die Energiereserven des Körpers wieder aufzufüllen und die Muskulatur während der Regeneration zu unterstützen.
Energie wird in Form von Fetten und Kohlenhydraten bereitgestellt. Kohlenhydrate werden in nicht-strukturelle Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) sowie strukturelle Kohlenhydrate (Fasern) unterteilt. Zucker und Stärke werden in Glukose umgewandelt, eine schnell verfügbare Energiequelle. Überschüssige Glukose wird als Glykogen in den Muskeln gespeichert. Da Glykogen während intensiver Arbeit essenziell ist, ist es wichtig, nach der Belastung ausreichend Kohlenhydrate bereitzustellen, um diese Speicher wieder aufzufüllen⁸.
Ausreichend Raufutter bildet die Grundlage der Ration. Fasern liefern nämlich einen großen Teil der täglichen Energieversorgung durch Fermentation im Dickdarm, wobei flüchtige Fettsäuren entstehen¹².
Auch Eiweiße sind essenziell für die Regeneration. Eiweiße bestehen aus Aminosäuren, die für den Aufbau und die Reparatur von Muskelgewebe notwendig sind. Eine Ration mit ausreichend hochwertigem Eiweiß unterstützt daher die Muskelregeneration nach der Belastung¹³.
Während schwerer Belastung verliert das Pferd außerdem Elektrolyte über den Schweiß. Das Auffüllen dieser Elektrolyte ist wichtig für einen guten Flüssigkeitshaushalt und hilft, Dehydrierung vorzubeugen¹. Nahrungsergänzungsmittel wie Synovium Electrolytes Q können hierbei unterstützend wirken.
Darüber hinaus kann intensive Belastung oxidativen Stress verursachen. Dabei werden zusätzliche freie Radikale freigesetzt, die Körperzellen und Gewebe schädigen können. Antioxidantien helfen, diese freien Radikale zu neutralisieren. Wichtige Antioxidantien sind unter anderem MSM, Vitamin C und Vitamin E⁵. Nahrungsergänzungsmittel wie Synovium MSM Pure, MSM Optimal-C und Myocare-E können daher zur Regeneration nach Belastung beitragen.
Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass L-Carnitin einen positiven Einfluss auf die Regeneration nach schwerer Belastung haben kann. L-Carnitin unterstützt die Energieproduktion, hilft oxidativen Stress zu reduzieren und kann zu einer schnelleren Geweberegeneration beitragen. Deshalb enthält Synovium Myobuilder neben Gamma-Oryzanol auch L-Carnitin zur Unterstützung von Muskelaufbau und Regeneration.
Abschließend können Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, die die Muskelübersäuerung unterstützen. Diese Produkte helfen, den pH-Wert in den Muskeln zu stabilisieren oder den schnelleren Abbau von Milchsäure zu fördern. Beispiele hierfür sind Synovium Lactaplus und Neutravet.
Eine gute Regeneration nach Belastung ist essenziell für ein gesundes, leistungsfähiges und bewegliches Pferd. Durch Aufmerksamkeit für Aufwärmen, Abwärmen, Ruhe, Ernährung und die Unterstützung mit passenden Nahrungsergänzungsmitteln erhält der Körper die Möglichkeit, sich optimal zu regenerieren. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit unterstützt und das Risiko von Überlastung und Verletzungen reduziert.
Literaturverweise
1. Assenza A., Bergero D., Congiu F., Tosto F., Giannetto C., Piccione G. (2014) Evaluation of serum electrolytes and blood lactate concentration during repeated maximal exercise in horse. Journal of Equine Veterinary Sciences, 34(10):1175-1180.
2. Vermeulen R., de Meeûs C., Plancke L., Boshuizen B., de Bruijn M., Delesalle C. (2017) Effects of training on equine muscle physiology and muscle adaptations in response to different training approaches. Vlaams Diergeneeskunde Tijdschrift, 86(4):224-230.
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4. Dahlgren L.A. (2007) Pathobiology of Tendon and Ligament Injuries. Clinical Techniques in Equine Practice, 6:168-173.
5. Williams C.A. (2016) HORSE SPECIES SYMPOSIUM: The effect of oxidative stress during exercise in the horse. Journal of Animal Sciences, 94(10):4067-4075.
6. Geor R.J., McCutcheon L.J., Hinchcliff K.W. (2000) Effects of warm-up intensity on kinetics of oxygen consumption and carbon dioxide production during high-intensity exercise in horses. American Journal of Veterinary Research, 61(6):638-645.
7. Kang O.D., Ryu Y.C., Yun Y.M., Kang M.S.(2012) Effects of cooldown methods and durations on equine physiological traits following high-intensity exercise. Livestock Sciences, 143(1):70-76.
8. Lacombe V.A., Hinchcliff K.W., Kohn C.W., Devor S.T., Taylor L.E. (2004) Effects of feeding meals with various solublecarbohydrate content on muscle glycogen synthesis after exercise in horses. American Journal of Veterinary Research, 65(7):916-923.
9. Connysson M., Rhodin M., Bergh A., Jansson A. (2021) Effects of horse housing on musculoskeletal system post-exercise recovery. Comparative Exercise Physiology, 17(5):421-428.
10. Connysson M., Rhodin M., Jansson A. (2019) Effects of Horse Housing System on Energy Balance during Post-Exercise Recovery. Animals, 9(976):1-9.
11. Takahashi Y., Ohmura H., Mukai K., Shiose T., Takahashi T. (2020) A Comparison of Five Cooling Methods in Hot and Humid Environments in Thoroughbred Horses. Journal of Equine Veterinary Sciences, 91:1-5.
12. Richardson K., Murray J.A. (2016) Fibre for performance horses: A review. Journal of Animal Sciences, 46:31-39.
13. Li G., Li Z., Liu J. (2024) Amino acids regulating skeletal muscle metabolism: mechanisms of action, physical training dosage recommendations and adverse effects. Nutrition and Metabolism, 21(41):1-14.